
English version below
Künstler bin ich nicht geworden, die Kunst steckte immer in mir. Es war also nicht die Frage „Wie wurde ich Künstler?“ sondern „Wie kommt die Kunst aus mir heraus?“. Und das war eine etwas längere Geburt. Denn aufgewachsen bin ich auf einem Bauernhof, in einem Umfeld, wo so viel gearbeitet wurde, dass bei Eltern und Großeltern keine Zeit blieb, sich mit etwas wie Kunst auseinander zu setzen und es weiter zu tragen.
Allerdings: als kleines Kind war ich bei meiner Tante zu Besuch und gemeinsam trafen wir ihren Nachbarn, der war Maler. Überall in seiner Wohnung waren Bilder von ihm und ich staunte, dass ein Mensch derart gekonnt mit Farben, Formen und Proportionen umzugehen wußte. Damals spürte ich zum ersten Mal, in kindlicher Unbewusstheit, eine starke Nähe zur Kunst.
Einen zweiten Aha-Moment gab es, als ich in den letzten drei Schuljahren einen Schwerpunkt im Fach Kunst setzen durfte und das erste Mal professioneller an die Kunstgeschichte und das praktische Handwerk herangeführt – und gefordert wurde. Diesmal habe ich deutlich und bewusst die Seelenresonanz im Kunstfeld gespürt.
Als naiver unsicherer junger Mensch wählte ich nach der Schule zunächst allerdings eine andere „sicherere“ Ausbildung und bin viele Jahre auf Umwegen unterwegs gewesen. Unzufriedenheit und Fremdheitsgefühl wuchsen, und die Kunst klopfte von innen immer stärker an die Tür und forderte ihren Platz in meinem Leben. Den hat sie mehr und mehr bekommen. Sie ist erst unsicher und zögerlich, mittlerweile selbstverständlicher und eigentlicher Teil meiner Persönlichkeit und Berufung geworden.
Ein energetisches Grundnahrungsmittel für die Seele, das in keinem gut geführten Haushalt fehlen sollte.
Bisher kreisten die Inhalte meiner Arbeiten fast immer um die Polarität der irdischen Erfahrungswelt: die Polarität von Licht & Dunkel, Geist & Materie, Wachsen & Vergehen, Natur & Technik, Ratio & Herzbewusstsein… Und den stetigen Wandel dieser Polaritäten.
Wir erleben in meiner Wahrnehmung eine Krise des patriachal-materialistisch-umweltzerstörenden Systems bei einem gleichzeitigen Widererstarken von Weiblichkeit, Metaphysik und einer erneuten Naturzuwendung.
Letztlich sind all die Widersprüche, Dualitäten und Polaritäten Fragmente eines übergeordneten Ganzen, die es uns ermöglichen durch Erfahrung im Bewusstsein zu reifen.
Das, was aktuell in mir heraufsteigt, ist es, Bilder als eine visuelle Erzählung zu betrachten, in denen mit den urmenschlichen Mitteln – Phantasie, Intuition, perfekt unperfektem Handwerk, Emotion, Überraschung – Geschichten erzählt werden, an das Mythologische erinnert wird.
Neben den omnipräsenten kalt-digitalen Bewusstseins-Fenstern des 1-0-Modus möchte ich bei den Menschen Bewusstseins-Fenster öffnen, die sie in ihrem menschlichen Kern berühren. Die den Durst nach Menschlichkeit, Mythos, Liebevollem, Geheimnisvollem, Unerklärlichen stillen.
Denn unsere Seelen werden sich in den nächsten Jahren zunehmend nach Bildern sehnen, die sie daran erinnern, das wir als ganzheitliche Menschen in ein größeres Ganzes eingebettet sind. Die Erzählung von 1-0 ist zu wenig. Wir brauchen das Darüberhinausgehende, um als menschliche Menschen zu überleben und uns weiter zu entfalten.
Ja,- im besten Fall schenken sie dem Betrachtenden Staunen, Kraft, Freude und / oder ruhige Zentriertheit.
Wir leben in der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Ende: Wir entscheiden uns, ob wir dem Nichts das Feld überlassen oder phantastische Weltschöpferwesen sind.
aufgewachsen auf einem gepachteten Bauernhof im Ruhrgebiet // Ausbildung zum Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektur in Dresden // künstlerische Berufung durch intrinsische Motivation und Gabe
et Social
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An artist is not what I became, the art was always inside of me. Also it was not the question „How did I become an artist?“ rather “How art is going to come out of me ?”, and that was a longer birth. I grew up on a farm and my throughout working parents and grandparents had no capability to get in touch with art and to impart it.
However during visiting my aunt as a little child I met her neighbour, who was a painter. Everywhere in his flat there were his paintings, I marveled that a human being could deal so skillfully with colour, form and proportion. Then for the first time I felt, with childlike unconsciousness, great attracion for art.
During the last three school years there was a second aha moment in my life, as I could choose the school subject Art as a focal point and for the first time I was professionally introduced to art history and practical art-craft, and it also challenged me. At that time I clearly and consciously felt the resonance of my soul in the fields of art.
As a sterry-eyed, insecure young person after school I firstly chose an other “more save” vocational education and stayed in roundabout ways for many years. Dissatisfaction and the feeling of alienation grew, and the art knocked stronger and stronger from inside at my heart and demanded its space in my life. This got more and more and it became – first insecure and hesitantly, meanwhile naturally and intrinsic – part of my personality and vocation.
An energetic soul food staple that no well-run household should be without.
Until now the contents of my art almost always circle the polarity of earthly world´s experience: the polarity of light and dark, spirit and matter, growth and caducity, nature and technology, rathionality and heartconsciousness … It´s about the constant change of these polarities, as well as their reversal to duality.
We experience – in my perception – right now a crisis of the patriachal, materialistic and natural enviroment destroying system clashing to simultanous reempowerment of womanhood, metaphysics and a return to nature.
Finally all these contradictions, dualities and polarities are fragments of a higher unity, which allows us to grow by experiences in consciousness.
That, what actually is rising inside me, is, understanding pictures as a visual narrative, that you can tell stories with or remind the mythological by using the primal human mediums – imagination, intuition, perfect unperfect crafts, emotion, surprise.
Beyond the omnipresent, cold-digital windows of consciousness in the 1-0-mode, I want to open windows of consciousness in people that touch them at their human core. That which satiates the thirst for humanity, myth, affection, mystery and the inexplicable.
For in the years to come, our souls will increasingly long for imagery that reminds us we are holistic beings, woven into a greater whole. The narrative of 1-0 is not enough. We need that something beyond to survive as true human beings and to further evolve.
Yes,- at best, they inspire the viewer with wonder, strength, joy and/ or quiet centeredness.
We are living in the “Neverending Story” of Michael Ende: We decide, if we deliver the world to the Nothing or act as phantastic Creatorbeings.
grown up on a leased farm in the industrial Ruhr-district (Germany) // higher education as a landscape-architect // artistic vocation driven by intrinsic motivation and gift